WG Autismus
Schwerpunkt

Autismus

Struktur, Verständnis und individuelle Begleitung

Kinder und Jugendliche im Autismusspektrum erleben ihre Umwelt häufig auf besondere Weise. Deshalb braucht es Unterstützungsangebote, die differenziert, verlässlich und individuell gestaltet sind.

Nur weil scheinbar etwas passt, heißt es noch lange nicht, dass es dies dann auch wirklich tut.

Häufige Gründe, weswegen Hilfen frühzeitig beendet werden, liegen dahingehend begründet, weil Kinder mit FASD oder Autismusspektrumsstörung mangels Alternativen in für sie nicht passende Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht werden.

Zwar decken spezialisierte Jugendhilfeeinrichtungen, wie beispielsweise therapeutische Wohngruppen oder intensivpädagogische Wohngruppen, die Bedarfe dieses speziellen Personenkreises schon besser ab als Regelgruppen – allerdings stoßen auch diese Einrichtungen relativ zeitnah an ihre Grenzen.

Um Beziehungsabbrüche zu verhindern, werden flankierende Hilfen in Form von Einzelfallhilfen u.a. installiert, aber auch dies führt am Ende nur dazu, dass die Laufzeit der Hilfe kurzfristig verlängert, langfristisch aber ebenfalls beendet werden muss.

Vor diesem Hintergrund hat sich Sorella zum Ziel gesetzt, dass wir eine maßgeschneiderte Hilfe für genau diese Kinder und Jugendliche anbieten, die scheinbar nirgendwo sonst langfristig ein zu Hause finden können.

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Was ist Autismus?

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) sind neurologische Entwicklungsbesonderheiten, die sich auf die soziale Interaktion, Kommunikation und das Verhalten auswirken.

Formen des Autismus

Autismus-Spektrum: Verschiedene Formen im Überblick

Autismus zeigt sich bei jedem Menschen anders. Hier erklären wir die verschiedenen Formen einfach und verständlich.

Frühkindlicher Autismus (Klassischer Autismus)

Der frühkindliche Autismus zeigt sich meist schon vor dem dritten Lebensjahr. Betroffene Kinder haben oft Schwierigkeiten mit:

  • Soziale Kontakte: Blickkontakt fällt schwer, Freunde finden ist eine große Herausforderung
  • Sprache: Sprechen lernen verzögert sich oder bleibt aus, Gespräche führen fällt schwer
  • Wiederholungen: Bestimmte Bewegungen (z.B. Hände schwenken), starre Abläufe und Rituale
  • Intensive Interessen: Starke Fixierung auf bestimmte Themen oder Objekte

Asperger-Syndrom

Beim Asperger-Syndrom zeigen sich ähnliche Herausforderungen wie beim frühkindlichen Autismus, jedoch mit einem wichtigen Unterschied: Die Sprache und das Denkvermögen entwickeln sich meist normal. Typisch sind:

  • Normale Intelligenz: Kognitive Fähigkeiten sind oft durchschnittlich bis hoch
  • Gute Sprache: Sprechen entwickelt sich zeitgerecht, oft sogar sehr detailliert
  • Intensive Hobbys: "Exzentrische" Interessen wie Zugfahrpläne, Dinosaurier oder Uhren
  • Soziale Schwierigkeiten: Kontakte knüpfen fällt schwer, Gespräche werden von eigener Faszination dominiert

Atypischer Autismus

Beim atypischen Autismus treffen einige Merkmale des Autismus zu, aber nicht alle – oder sie zeigen sich erst später. Es gibt zwei Varianten:

Später Beginn

Alle Autismus-Merkmale zeigen sich, aber erst nach dem dritten Lebensjahr.

Teilweise Merkmale

Nicht alle typischen Autismus-Merkmale sind vorhanden, aber genug für eine Diagnose.

Hochfunktionaler Autismus

Bei hochfunktionalem Autismus treten alle klassischen Autismus-Merkmale auf, jedoch mit normaler bis überdurchschnittlicher Intelligenz (IQ über 70). Besonderheiten:

  • Normale Intelligenz: Gutes logisches Denken und Lernfähigkeit
  • Sprachentwicklung: Oft verzögert, aber später meist unauffällig
  • Motorik: Oft geschickter als beim Asperger-Syndrom
  • Camouflage: Kann nach außen unauffällig wirken, innen aber stark belastet sein

Wichtig zu wissen

Autismus ist keine Krankheit, sondern eine neurologische Besonderheit. Jeder Mensch mit Autismus ist einzigartig – unabhängig von der Diagnose. Bei Sorella sehen wir hinter jeder Diagnose vor allem den Menschen mit seinen Stärken und Bedürfnissen.

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Wertschätzende Begleitung im Autismusspektrum

Kinder und Jugendliche im Autismusspektrum erleben ihre Umwelt häufig auf besondere Weise. Wahrnehmung, Kommunikation, soziale Interaktion und Reizverarbeitung können individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Deshalb braucht es Unterstützungsangebote, die nicht pauschal, sondern differenziert, verlässlich und individuell gestaltet sind.

Die Sorella Jugendhilfe UG begleitet junge Menschen im Autismusspektrum sowie deren Familien mit einer wertschätzenden, fachlich fundierten und ressourcenorientierten Haltung. Unser Ziel ist es, Sicherheit zu vermitteln, Überforderung zu reduzieren und Entwicklung in einem stabilen Rahmen zu ermöglichen.

Wir wissen, dass Struktur, Vorhersehbarkeit und verlässliche Beziehungen für viele Kinder und Jugendliche im Autismusspektrum von zentraler Bedeutung sind. Deshalb achten wir auf klare Abläufe, eindeutige Kommunikation und eine Umgebung, die Orientierung bietet.

Ruhige sensorische Spielaktivität mit Kind in strukturierter Umgebung

Individuell

auf jeden Menschen abgestimmt

Wie unsere Unterstützung helfen kann

Unsere Unterstützung kann unter anderem dabei helfen:

Alltag strukturieren

Den Alltag besser zu strukturieren und klare Routinen zu schaffen.

Soziale Situationen

Soziale Situationen besser einzuordnen und zu bewältigen.

Stärken fördern

Individuelle Stärken erkennen und gezielt fördern.

Belastungen reduzieren

Belastungen erkennen und Strategien zur Reduzierung entwickeln.

Selbstständigkeit

Die Selbstständigkeit im Alltag schrittweise stärken.

Teilhabe ermöglichen

Teilhabe im Alltag und in der Gemeinschaft ermöglichen.

Fördersansatz

Die TEACCH-Methode

Ein pädagogischer Ansatz zur Unterstützung autistischer Menschen

Was ist TEACCH?

Die TEACCH-Methode ist ein pädagogischer Ansatz zur Unterstützung autistischer Menschen. Der Name steht für "Treatment and Education of Autistic and related Communication-handicapped Children".

Das Programm wurde 1972 an der University of North Carolina aufgebaut und ist heute vor allem für sein Prinzip des "Structured Teaching" bekannt.

Typische Elemente der TEACCH-Methode

  • Feste Strukturen und Routinen
  • Visuelle Hilfen (Tagespläne, Bildkarten, Arbeitspläne)
  • Übersichtlich gestaltete Lern- oder Arbeitsplätze
  • Klare Aufgabenstellungen in kleinen Schritten
  • Orientierung an den Stärken und Bedürfnissen der Person

Einfach erklärt

Bei TEACCH wird der Alltag klar, sichtbar und vorhersehbar gestaltet. Viele autistische Menschen profitieren davon, wenn sie genau erkennen können:

Was sie machen sollen

Wann sie etwas machen sollen

Wie lange es dauert

Was danach kommt

Ein Beispiel aus dem Alltag

Statt nur zu sagen "Räum bitte dein Zimmer auf":

1 Spielzeug in die Kiste
2 Kleidung in den Schrank
3 Bettdecke geradeziehen
Fertig!

Wichtig zu wissen

TEACCH ist nicht einfach nur ein einzelnes Material oder ein Stundenplan, sondern eher eine Grundhaltung und Methode, wie Umgebung, Kommunikation und Aufgaben so angepasst werden, dass sie für autistische Menschen verständlicher und stressärmer werden.

Selbstständigkeit fördern Orientierung bieten Sicherheit schaffen Teilhabe ermöglichen

Unsere Haltung

Dabei arbeiten wir eng mit Familien, Schulen, Jugendämtern und weiteren Fachkräften zusammen, um tragfähige und alltagsnahe Lösungen zu entwickeln.

Unser Blick richtet sich nicht in erster Linie auf Schwierigkeiten, sondern auf den einzelnen Menschen mit seinen Bedürfnissen, Potenzialen und Ausdrucksformen. Wir verstehen Autismus nicht defizitorientiert, sondern als Ausgangspunkt für eine passgenaue und respektvolle Begleitung.

Beratung anfragen

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Unsere Zusammenarbeit

  • Enge Zusammenarbeit mit Familien
  • Kooperation mit Schulen
  • Abstimmung mit Jugendämtern
  • Vernetzung mit Fachkräften

Interesse an anderen Schwerpunkten?

Entdecken Sie auch unsere weiteren Fachbereiche.

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Kooperation mit Autismus Deutschland e.V.

Wir arbeiten eng mit Autismus Deutschland e.V. zusammen – dem größten Selbsthilfeverband für Menschen mit Autismus im deutschsprachigen Raum. Diese Partnerschaft ermöglicht uns den Zugang zu aktuellsten Forschungsergebnissen, Schulungsmaterialien und dem Erfahrungsschatz betroffener Familien.